Geschichte

„Die Türmereiche“ wurde Günzburg in alten Zeiten genannt.

Merian-Stich von 1643
Merian-Stich von 1643

Die Bürger konnten stolz auf diese Bezeichnung sein, denn die Anzahl der Türme war ein weithin sichtbares Zeichen für die Wehrhaftigkeit und Wohlhabenheit einer Stadt. So kommt es nicht von ungefähr, dass sich der Verein die Renovierung des Stadtturmes als erste große Aufgabe vornahm.

Zeittafel

14. Jahrhundert
Das Untere Tor wurde im gotischen Stil erbaut. Genauere Angaben über Erbauer und Datum liegen nicht vor.

1436
Dendrochronologische Untersuchungen datieren die Eichenstämme über dem ersten Obergeschoß in den Herbst oder Winter des Jahres 1436. Damit ist ein Anhaltspunkt für die Bauzeit der endgültigen Toranlage gegeben.

Stadtansicht von 1555
Stadtansicht von 1555

1555
In seiner ursprünglichen Gestalt ist der Turm mit quadratischem Unterbau und achtseitigem Spitzhelm auf der Stadtansicht im „Spiegel der Ehren des Erzhauses Oesterreich“ zu sehen. Er trägt dort bereits die Bezeichnung „Das under Thor“.

1577
Dem Baumeister des Schlosses, Alberto Lucchese, gefiel das Dach des Tores nicht; er ließ den „spitzen Helm“ und die oberen Partien des Turms abtragen. Eine von Wolfgang Neidhart 1582 in Ulm für den Stadtturm gegossene Glocke (1943 eingeschmolzen) markiert wahrscheinlich das Ende der Umbauarbeiten. Dabei wurden die achteckigen Obergeschoße, das konvex-konkav geschwungene Dach („welsche Haube“) und die Laterne hinzugefügt.

1613 und 1643
In den Stadtansichten von Johann Andreas Rauch und Matthäus Merian zeigt der Turm sein heutiges Erscheinungsbild.

Rauch’sche Karte (Ausschnitt) von 1613
Rauch’sche Karte (Ausschnitt) von 1613
Merian-Stich (Ausschnitt) von 1643
Merian-Stich (Ausschnitt) von 1643

1818
Verschiedene Ausbesserungen, Erneuerung der Laterne und Einbau der aus dem abgebrochenen Rathaus stammenden Uhr.

1865
Neueindeckung der Turmlaterne und Austausch der Wetterfahne.

1929
Gründliche Reparaturen an Mauerwerk, Dachkonstruktion und Außenfassade

1965 – 1967
Statische Sanierung des Gebäudes durch neue Fundamente und Einbau eines Betonkranzes zwischen 3. und 4. Obergeschoß. Bei der Durchführung dieser Arbeiten wurden sämtliche Treppen und Zwischenwände bis hinauf zum 4. Stockwerk vollständig entfernt. Auf den Fußböden wurden mit weißer Farbe die Bereiche markiert, die noch trittsicher waren. Ein Besteigen des Turmes war nur noch über Leitern möglich und erforderte starke Nerven.

30. Mai 1984
Gründung des Vereins „Altstadtfreunde Günzburg e.V.“; erstes und vordringliches Vereinsziel ist die „Wiederbelebung des Stadtturmes“.

Frühjahr 1986
Vertrag zwischen Stadt Günzburg (Außensanierung) und Altstadtfreunden (Innensanierung)

Mai 1987
Vergabe des Architektenauftrags

März 1989
Genehmigung der Planung durch eine außerordentliche Mitgliederversammlung

Einweihung-1992

August 1989
Offizieller Baubeginn

28. März 1992
Einweihung und Eröffnung des renovierten Stadtturmes

2001
Renovierung der Zeughausmauer (Teil der Stadtmauer), die sich südlich an den Stadtturm anschließt.

Einbau der Mondkugel
Einbau der Mondkugel

2011
Instandsetzung der Mondphasenkugel durch die Firma Gordian Pechmann, Roggenburg.

2013
Einrichtung des 4. Stockwerks als „Raum der Zeit“: Dauerausstellung von mechanischen Großuhren und Standuhren aus Günzburg.